Monte Roen (2116 m)
Lavinaspitz (1676 m)

 

Gebiet Mendelkamm
Route Wirtschaftsweg und Steig 500
Talort Kaltern (425 m)
Ausgangspunkt Mendelpass (1364 m)
Stützpunkt Halbweghütte (1594 m, geschlossen); Rifugio Malga di Roméno (1773 m, offen)
Aufstieg ca. 915 Hm, 3 Stunden
Abstieg ca. 915 Hm, 2 Stunden 55 Minuten
Literatur/App Wecker, Evamaria: Rother Schneeschuhführer Südtirol West - Vinschgau-Ultental-Passeiertal-Sarntal, Rother Verlag, 2016, ISBN 978-3-7633-5809-0; Tour Nr. 32;
Karten KOMPASS Wanderkarte 074 "Südtiroler Weinstraße, Unterland" 1:25000
Datum 05.12.2025
Begleiter Bernd
Typ/Schwierigkeit S1 (blau) Schwierigkeitsbewertung
Persönliche Bewertung  ***
ca. 18,2 km; verschneite Winterlandschaft mit einer leichten Auflage Neuschnee (1,5 cm); nur drei Leuten begegnet; schön, aber relativ lang.     

  • Bernd hat den Monte Roen ausgesucht und das geht für mich in Ordnung. Wir waren beide schon öfter oben, aber mein Gedächtnis hat mir, wie so oft, einen Streich gespielt, was den Höhenunterschied und die Länge angeht. Dachte an sowas wie 3-400 Hm und 12-13 km, aber in Wirklichkeit sind es mehr als das Doppelte bei den Höhenmetern und um die Hälfte mehr bei der Distanz. Anstatt vom Mendelpaß loszugehen, könnte man natürlich auch bis zur Talstation des Liftes (Roen-Stube) fahren und dort starten. Dadurch würde man etwas distanzmäßig sparen, nicht bei den Höhenmetern. Aber ich darf mich nicht beschweren. Ich könnte ja selbst auch Vorschläge machen, aber ich bin diesbezüglich, seit Carlo, der Hund, gestorben ist, nicht so motiviert.
    Wir starten um halb neun von Meran und trödeln über den Gampenpass bis zum Mendelpass. Es hat in der Nacht in der Höhe etwas geschneit, aber die Straßen sind praktisch schneefrei. Der Mendelpaß liegt im Nebel. Wir gehen um dreiviertel zehn vom Parkplatz bei der Bergstation der Mendelbahn los. Anfangs noch auf Asphalt, dann auf einem geschotterten Fahrweg. Alles ist von einer dünnen Neuschneedecke bedeckt. Wir kommen an den vielen Wochenendhäuschen vorbei; auch einige neugebaute Chalets zur Vermietung (Sissi-Chalets) gibt es. Der Weg geht mit unterschiedlicher Steigung eher gemütlich dahin. Vorbei an der Enzianhütte, die geschlossen ist. Kurz vor der Halbweghütte (nicht auf Halbweg zum Roen!) queren wir die Schipiste und sehen auch die Bergstation mit dem neuen, danebenliegenden B&B. Dann sind wir bei der Halbweghütte (derzeit geschlossen, öffnen erst wieder zu Weihnachten, steht anscheinend zum Verkauf); bis hierher haben wir eine Stunde gebraucht. Laut Wegweiser soll es eine weitere Stunde bis zur Malga Romeno sein und noch eine Stunde bis zum Gipfel. Stimmt so ziemlich genau für unser Gehtempo. Es ist weiterhin ein eher breiter Steig, fast eine Fahrstraße, nur selten schmaler. In der Zwischenzeit haben wir den Nebel hinter uns gelassen, aber der Himmel ist immer noch wolkenbezogen. Kurz bevor wir die Malge Romeno erreichen, kommen uns drei Leute entgegen; sind die einzigen, die wir den ganzen Tag sehen. Nach zwei Stunden sind wir bei der Malga; sie ist offen, aber wir kehren nicht ein. Jetzt geht es etwas entschiedener aufwärts; die nächsten 200 Hm sind etwas steiler und der Weg ähnelt jetzt mehr einem Steig, wenn auch immer noch eher breit. Dann verlassen wir den Wald und das Gelände öffnet sich. Die Sonne hat jetzt den Kampf gegen die Wolken gewonnen, zumindest kurzzeitig. Wir gehen an der Abbruchkante in einigem Abstand vorbei; die Abbrüche hier sind praktisch senkrecht. Nach drei Stunden sind wir am Gipfel, den nur ein hüfthoher Metallpfeiler ziert; knapp unterhalb des Gipfels befinden sich drei Metalltafeln, die an gestorbene Wanderer erinnern. Wir gehen weiter bis zur nächsten, etwas niedrigeren Erhebung, auf der ein Kreuz steht und ein Gipfeltisch mit den Namen und Richtungen der sichtbaren Gipfel rundum. Ein paar Fotos und dann kehren wir auch schon wieder um, da wir planen bei der Malga Romeno einzukehren und den mitgebrachten Proviant inkl. Bier im Rucksack zu lassen. Auf der Malga Romeno sind wir die einzigen Gäste. Wir bestellen Kaffee, alkoholfreies Hefe und Kaiserschmarren. Der Schmarren ist mit dunklerem Mehl gemacht und dadurch nicht so flaumig, aber trotzdem gut, auch die Preiselbeermarmelade passt gut dazu. Nach der Rast macht uns der kleine Gegenanstieg nach der Malga auch nichts aus. Kurz vor der Halbweghütte biegen wir rechts ab und folgen einem Steig, der uns zum Lavinaspitz bringen soll. Ich verliere Bernd aus den Augen, da ich fotografiere. Dadurch gehe ich zum höchsten Punkt mit einem alten verrosteten Antennenmast, sehe aber dann, dass Bernd unten rum gegangen ist und ich folge ihm. An der Abbruchkante ins Etschtal steht ein kleines Holzkreuz mit einer beschrifteten Steintafel. Lavinaspitz und drunter Cima Lira. Nicht weit davon ein Stein mit drei Metalltafeln, die an weitere drei Todesfälle erinnern. Der Lavinaspitz ist sicher die Anhöhe mit dem Antennenturm, aber von hier aus hat man eine tolle Aussicht über den Überetsch und das Etschtal. Auf der Karte wird die Spitze als Lawinenspitze bezeichnet und weiter nördlich sollte der Monte Lira (auf der Karte "Lyraberg" genannt) liegen. Wahrscheinlich hat der Kartograph irrtümlich "Lavina" mit "Lawine" übersetzt, was aber falsch sein dürfte (wäre "slavina"). Lavina dürfte eher von einem Namen stammen. Wir gehen jedenfalls dann über den Hügel mit dem Antennenmast zurück und folgen dann einem schneebedeckten Steig weiter bis zur Bergstation des Liftes mit dem neuen B&B. Die Piste hinunter bis zum Anstiegsweg und auf diesem weiter. Kurz vor dem Ziel bei den Chalets Sissi können wir die Dolomiten im roten Licht des Sonnenunterganges bewundern. Nach fast sechs Stunden sind wir wieder beim Auto und fahre gemütlich nach Hause. Vom morgendlichen Schnee ist nichts mehr zu sehen. In Fondo kehren wir bei der Latteria Sociale ein und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten.
    Alles in allem eine doch ziemlich anstrengende Tour, die sich aber lohnt, vor allem wenn so wenig Leute unterwegs sind und der Schnee eine schöne Winterlandschaft zaubert.                    
     

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