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Yukon

Sommer 1995

 

Anreise:

26.08.1995 von Bozen (Zug) über München, Frankfurt und Vancouver nach Whitehorse
Übernachtung in Vancouver und Ankunft in Whitehorse am 27.08.1995

 

Heimreise:

16.09.1995 von Prince Rupert nach Vancouver, 2 Übernachtungen in Vancouver
19.09.1995
von Vancouver über Frankfurt nach München und weiter mit Zug
20.09.1995 Frühmorgens Ankunft in Bozen

 

   

Kurzbeschreibung:

 

 

Mein erste selbstorganisierte und durchgeführte Nordamerikareise.
Der Yukon ist eines von drei kanadischen Territorien; die anderen beiden sind die Nordwestterritorien und der Nunavut. Alle drei offerieren die unterschiedlichsten Naturwunder und eine unglaubliche Tierwelt, wobei der Yukon daneben auch noch historisch interessante Leckerbissen bietet. Hinzu kommt, dass der Yukon das Territorium ist, das logistisch am einfachsten zu erreichen und zu bereisen ist. Der Autor hat bei seiner Rundreise unter Benützung der spärlichen öffentlichen Verkehrsmittel neben der Wanderung im Kluane National Park auch den Weg der Goldsucher über den Chilkoot Pass und eine Kanuwanderung den Yukon River hinunter von Minto bis Dawson City unternommen. Eine Weißkopfseeadlerbeobachtungstour auf dem Chilkat River war noch auf dem Programm, wenn auch der September noch nicht der optimale Zeitpunkt dafür ist sowie die Schifffahrt auf dem Alaska Marine Highway von Skagway bis Prince Rupert.
Der Yukon ist jedenfalls eine Reise wert.
Abschließend empfehle ich noch die Lektüre der Gedichte von Robert Service, dem Poeten des Yukon, der den Yukon um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts beschreibt. Ein Gedicht mit einer überraschenden und humorvollen Pointe ist „The Cremation of Sam McGee“. Das klassische Gedicht über den Yukon ist „The Spell of the Yukon“.
Weiterer Text folgt.

 

 

 

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Chilkoot Trail

28.08. - 01.09.1995

   

Kurzbeschreibung:


Eine Reise in die Vergangenheit

It’s the great, big, broad land‚ way up yonder,
It’s the forests where silence has lease;
It’s the beauty that thrills me with wonder,
It’s the stillness that fills me with peace.
(Robert Service – The Spell of the Yukon – The Best of Robert Service, McGraw-Hill Ryerson)

Literatur:

 

Chilkoot Pass - The Most Famous Trail In The North, Rev. and expanded edition (December 12, 1980), Archie Satterfield, Alaska Northwest Books, ISBN 978-0-88240-109-6

USA/Kanada: Chilkoot Trail. OutdoorHandbuch, 2. Auflage 2005, Dieter Reinmuth, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-89392-360-1

Der Zauber des Klondike: Zu Fuß über den Chilkoot Pass und im Kanu auf dem Yukon - Ein Abenteuer in Kanadas Norden, Auflage: 1 (2003), Simone Pöschel, Books on Demand Gmbh, ISBN 978-3-83301-074-3

 

Links:

 


Parks Canada - Chilkoot Trail National Historic Site of Canada

US National Park Service - Chilkoot Trail

White Pass & Yukon Route Railroad

Es gibt einen eigenen Chilkoot Trail Hikers Service!

 

 

 

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Kluane NP - Hiking the the Slims River West

03.09. - 06.09.1995

   

Kurzbeschreibung:

 

Eine Begegnung mit dem Bär

There is a land where the mountains are nameless,
And the rivers all run God knows where;
There are lives that are erring and aimless,
And deaths that just hang by a hair;
There are hardships that nobody reckons;
There are valleys unpeopled and still;
There’s a land – oh, it beckons and beckons,
And I want to go back – and I will.
(Robert Service – The Spell of the Yukon – The Best of Robert Service, McGraw-Hill Ryerson)

Ich schnaufe schwer und der Schweiß rinnt in Strömen. Es ist ein wolkenloser Tag und es ist früh am Morgen noch so kalt, dass stehende Gewässer eine dünne Eisschicht tragen. Aber die Sonne brennt vom Himmel und der Steig führt steil bergauf. Die meiste Zeit ist mein Blick auf den Boden gerichtet, nur zwischendurch hebe ich den Kopf, um den Weiterweg auszumachen. Auf der gegenüberliegenden Talseite habe ich mehrere Dallschafe gesehen. Ich folge einem schwach ausgeprägten Steig, der steil vom primitiven Campground am Rande des Canada-Creek-Deltas auf den Gipfel des Observation Mountains führt. Zeit einen Moment stehen zu bleiben, um den weiteren Verlauf des Steiges zu checken.
„Da vor mir ein schwarzes Dallschaf.“
„Nein, ein Grizzly.“
„Oh, zwei Bären.“
„Verdammt, eine Bärenmutter mit ihrem Jungem.“
Mein Gedanken überschlagen sich. Während meine Brille, jetzt da ich stehe, vom warmen Atem in der kühlen Bergluft anläuft und mir die Sicht nimmt, fingere ich blind meine Spiegelreflexkamera aus der Tasche, die vor der Brust trage. Da ich momentan nichts sehe, drehe ich das Zoom auf Weitwinkel, um die Bären sicher auf dem Foto zu haben, und schieße das Bild. Ich packe den Fotoapparat reflexhaft wieder weg und beginne zu denken. Die Warnungen des Parkrangers kommen mir in den Sinn und ich gehe die Anweisungen in Gedanken durch, um zu entscheiden, was ich tun soll. Die beiden Bären sind ca. 20 m bis 30 m von mir entfernt und haben sich nicht bewegt. Mich nicht zu bewegen scheint die beste Option zu sein. Ich vermeide der Bärin direkt in die Augen zu schauen, da sie dies als Herausforderung auffassen könnte. Die Minuten dehnen sich zu Ewigkeiten. Meine Gedanken rasen, aber schlussendlich bleibe ich bei meiner Entscheidung, nichts zu tun. Dann endlich dreht sich die Bärenmutter um und beginnt sich zu entfernen. Doch der Nachwuchs scheint anderer Meinung zu sein und beginnt hörbar in meine Richtung zu schnüffeln. Jetzt rutscht mir das Herz in die Hose. Wenn der Junior sich für mich zu interessieren beginnt und sich mir nähert, wird es gefährlich. Ich glaube nicht, dass Mamma Bär mich dann weiterhin als ungefährlich und uninteressant ansehen wird. Aber dann besinnt sich der Junior eines Besseren, dreht ebenfalls um und folgt der Mutter. Mein Herz beginnt wieder ruhiger zu schlagen. Schnell sind die beiden Bären außer Sicht.
Ich schnaufe nochmal tief durch. Jetzt habe ich auch die Muße den Fotoapparat wieder herauszuholen und das geschossene Bild auf dem Monitor anzusehen. Da bekomme ich dann nochmal einen Schock. Durch das starke Weitwinkel ist im Gegenlicht nur Mutter Bär zu sehen, aber sie steht eindeutig auf den Hinterbeinen. Ein Grizzly stellt sich auf die Hinterbeine, um eine bessere Übersicht über die Situation zu bekommen und eine eventuelle Gefahr einschätzen zu können. Ich hatte doppeltes Glück; einmal, dass ich im richtigen Moment den Kopf gehoben habe, um den Weiterweg zu checken und zweitens, dass ich dann stehen geblieben bin. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte ich noch ein paar Meter mehr gemacht. Aber alles ist noch einmal gut gegangen. Ich gehe vorsichtig weiter und mache einen großen Bogen um den Punkt, an dem die Bären verschwunden sind. Es braucht noch eine Weile bis der Adrenalinspiegel soweit gesunken ist, dass ich die großartige Umgebung wieder schätzen kann. Es ist zwar noch 1 Stunde bis zum Gipfel des Oberservation Mountains, aber die Gletscherlandschaft des Kluane National Park mit dem Hauptdarsteller Kaskawulsh Glacier kommt immer mehr ins Blickfeld.
Am flachen Gipfel liegt er dann vor mir. Der Kaska-wulsh Glacier. Er umfasst von zwei Seiten den Kaskawulsh Mountain (2969 m) und fließt dann als einziger Strom Richtung Observation Mountain. Die Mitte des Gletschers ziert eine breite Geröllstrasse. Es handelt sich dabei um Gestein, das vom Kaskawulsh Mountain über Jahrhunderte hinweg abgebrochen ist und vom Gletscher weiter transportiert wird. Hinter dem Kaskawulsh Mountain sind die Gletscherberge der St. Elias Range zu sehen und dahinter grenzt der Kluane National Park an den Wrangell–St. Elias National Park and Preserve in Alaska. Die auf die USA und Kanada verteilten Parksysteme Kluane, Wrangell-St Elias, Glacier Bay und Tatshenshini-Alsek sind 1979 in das UNESCO Verzeichnis des Weltkulturerbes aufgenommen, noch bevor z.B. der Kluane NP in den Rang eines kanadischen Nationalparks erhoben wurde. Dies geschah erst 1993, da längere Verhandlungen mit dem indigenen Volk der Lù’àn Mun Ku Dän (″Kluane Lake Volk″), einem Mitglied des Südlichen Tutchonevolk vorausgegangen sind. Aus diesem Grund ist auch noch der größere westliche Teil „nur“ als Kluane National Reserve ausgewiesen, da für diesen Landteil die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind.
Jedenfalls ein atemberaubender Ausblick. Meine Ruhe am Gipfel wird nur einmal durch einen Sightseeing-Hubschrauber gestört; die Störung dauert nicht lange, dann habe ich den Ausblick wieder für mich alleine.
Nach der ausgedehnten Rast mache ich mich wieder an die fast 1300 Hm Abstieg bis zum Campground am Canada Creek.
Beim Abstieg habe ich mehr Muße und kann meine Aufmerksamkeit verstärkt der eindrucksvollen Aussicht widmen, wenn auch ein Teil der Aufmerksamkeit immer der näheren Umgebung gewidmet ist, um eine weitere Bärenbegegnung zu vermeiden. Die eine Begegnung mit den Bären hat mir für heute gereicht. In Abstiegsrichtung rechts kommt das Ende des Kaskawulshgletschers ins Blickfeld. Am Gletscherkopf hat sich durch das Schmelzwasser eine große Schlammebene gebildet, die wie ein aufgewühltes Meer aussieht. Mehrere größere und kleinere Seen verteilen sich darin. Das Wasser der Seen blinkt milchblau in der Sonne. Das gesamte Tal des Slims River bis zum Kluane Lake am Horizont ist sichtbar. Ich lasse mir Zeit und komme langsam tiefer. Schon kann ich mein einsames roten Zelt ausmachen. Zwei Personen wandern auf der Ebene mit dem Campground herum. Ich hoffe nach der heutigen Begegnung mit den Bären auf ein bisschen menschliche Gesellschaft, aber bis ich unten bin, sind die beiden schon wieder weg. Wahrscheinlich haben sie weiter talauswärts gezeltet und sind dann in einem Tagesausflug bis zum Campground gewandert, um einen Blick auf den Kaskawulsh Glacier zu erhaschen. Der Wind hat jetzt am späteren Nachmittag aufgefrischt und auf der gegenüberliegenden Flussseite den Sand der Flussbänke aufgewirbelt. Sieht aus wie ein kleiner Sandsturm.
 Die Nacht im Zelt ist trotz der Bärenbegegnung mit tiefem Schlaf gesegnet. Die Bärenregeln habe ich alle eingehalten. Bärenkanister mit dem Vorrat und den Toilettensachen sowie die Tageskleidung, in der ich gekocht habe, sind 30 m vom Zelt entfernt in Windrichtung positioniert; gekocht habe ich ebenfalls 30 m entfernt. Die 3 Punkte (Kochplatz, Bärenkanister und Zelt) bilden ein gleichseitiges Dreieck mit einer Seitenlänge von je ca. 30 m, wobei das Zelt am weitesten abwindig liegt. Bei einem Gletscher ändert sich natürlich die Windrichtung vom Abend zum Morgen, aber darum mache ich mir jetzt keine Sorgen.
Am morgen wird nach dem Frühstück das Zelt abgebaut und ich mache mich auf den Rückweg. Das Wetter meint es gut mit mir. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne wärmt die kalte Luft auf. Der Weg schlängelt sich am westlichen Ufer des Slims River entlang, steigt manchmal höher, aber der Fluss bleibt immer im Blick. Er mäandert, teilt sich auf und wäscht die Steilufer aus, so dass die Bäume, die zu nahe am Ufer stehen, den Prallhang hinunterstürzen. Einige Sträucher sind schon rot und auch die Espen haben das Herbstkleid angelegt. Als der Weg sich wieder einmal dem Fluss nähert, sehe ich erst die Hufspuren eines Elches. Der Größe nach zu urteilen, eines eher jungen Exemplars. Ein paar Meter weiter die Spuren eines Wolfs. Der Kluane National Park ist nicht nur die Heimat des höchsten Berges (Mount Logan 5959 m)) und des größten Eisfeldes von Kanada sowie einer Grizzly-Population mit der größten genetischen Vielfalt in Nordamerika, sondern auch vieler anderer Wildtiere wie eben Wolf, Elch, Bergziegen und Dallschafe.
 Der Weg weist keine nennenswerten Steigungen auf, so dass man die Muße hat, die eindrucksvolle Gegend zu genießen und neben den großen Eindrücken auch den kleinen Schätzen ein bisschen Aufmerksamkeit zu widmen. Ich passiere die Stelle, an der ich beim Herweg meine erste Nacht im Bärenland verbracht habe. Es war eine eher unruhige Nacht; jedes Geräusch riss mich aus dem Schlaf und ließ mich darüber nachdenken, ob ich den Kopf aus dem Zelt oder lieber doch wieder in den Schlafsack stecken sollte. Aber die Nacht ging schließlich auch ohne jeglichen Vorfall vorbei
Ein abgestorbener Baumstumpf mit Missbildungen zeigt an, dass der Trailhead nicht mehr weit ist. Bald komme ich am Bärenwarnschild vorbei. Es hat nun eine andere Bedeutung für mich als vor drei Tagen. Am Thechàl Dhâl (Sheep Mountain) Visitor Centre melde ich die Bärenbegegnung.
In Kanada setzen sich zumindest offiziell immer mehr die Namen der einheimischen Völker (First Nations) durch. So heißt auch der Slims River offiziell „Ä’äy Chù“. Auch auf den Strassen- und Hinweisschildern werden immer öfter auch die einheimischen Namen angegeben. In Burwash Landing, einem kleinen Dorf am Ufer des Kluane Lakes, kann übrigens mehr über die Kluane Lake People im Kluane Museum of History erfahren werden. Ein Besuch des Museums sollte nicht ausgelassen werden.

 

Literatur:

 

 

Links:

https://www.travelyukon.com/en
https://en.wikipedia.org/wiki/Kluane_National_Park_and_Reserve#World_Heritage_Site
https://www.pc.gc.ca/en/pn-np/yt/kluane

 

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