Wells Gray Park - Caribou Traverse

Frühjahr 1996
 
Anreise: 30.03.1996 von Mailand-Linate über Frankfurt nach Vancouver
Heimreise: 14.04.1996/15.04.1996 von Vancouver über Frankfurt nach Mailand-Linate

Beschreibung
  • Ich hatte mir im Sommer 1995 im MEC-Shop in Vancouver einige Prospekte von Outfitter mitgenommen, die auch Schitouren anboten. Wobei Schitouren in Nordamerika zu der Zeit praktisch ausschließlich im Telemarkstil stattfanden. Randonnee skiing, wie das traditionelle Schitourengehen genannt wurde, war eine absolute Ausnahme. Zu einer Zeit als email und WWW noch in den Anfangsschuhen stand, war die einzige Möglichkeit Informationen zu erhalten, das Fax und die klassische Post. Also wurden Informationen eingeholt, unter anderem auch von Hauser Exkursionen. Ich will nicht den ganzen Entscheidungs- und Auswahlprozess darlegen; in Kürze ich habe mich für 2 je eine Woche lange Hüttentouren in Kanada entschieden und zwar für die Tour in den Caribou-Mountains im Wells Gray Provincial Park (Veranstalter Wells Gray Park Backcountry Chalets von Ian Eakins und Tay Briggs, siehe getrennten Bericht) und die Tour in der Esplanade Range mit Golden Alpine Holidays von Alison Dakin. Die Wells Gray Park Tour wurde in Zusammenhang mit 2 Schitagen in einem Schigebiet auch von Hauser Exkursionen angeboten, aber zu einem Preis, der höher war als ich schlussendlich für beide Touren zusammen gezahlt habe. Ich habe auch nur direkt bei Ian Eakins buchen können, da ich kein deutscher Staatsbürger bin.
    Meine Planung war mehr als knapp. Schon für die Wells Gray PP-Tour war der Zeitplan eng gestrickt; für die Esplanade-Tour noch ein bißchen enger. Der Assistant Guide Tim McLean hat mich sofort nach Abschluss der Tour zur nächst größeren Stadt gefahren, wo ich den Greyhoundbus genommen habe, der mich um 2 Uhr nachts in Golden ausgespuckt hat.

    Die ersten 30 Meilen vom Startpunkt bis zum Westzweig des Pleasant River sind ein dauerndes Auf und Ab und führen in den 2. 15 Meilen auch noch über die Barren Chairback Range. Der Trail kann dabei mit den Worten "Wurzeln, Steine und Schlamm" zusammengefasst werden. Zusätzlich war es noch schwül heiß. Am Ende des dritten Tages wäre mir jede Ausrede zur Aufgabe recht gewesen. Ein Bad im Fluss und eine Nacht im Zelt haben meine Lebensgeister wieder hergestellt. Die nächsten 45 Meilen bis zum Südende des Nahmakanta Sees brachten bessere Wegverhältnisse und eine Übernachtung im Bett (White House Lodge am Nordende des Pemadumcook Lake, ca. 1 Meile abseits des AT). Die Überschreitung der White Cap Mountains, wiewohl höher als die Barren Chairback Range, war einfacher als erwartet; im Anstieg zum Gulf Haggas Mtn. sah ich eine Elchkuh mit Nachwuchs und die Quelle am Sidney Tappan Campsite versorgte mich mit dem besten Wasser auf dem ganzen Trail. Am Gipfel des White Cap Mountain überraschte mich ein Gewitter, das eine zweitägige Regenperiode einleitete und den verschiedenen Schlammlöchern neues Leben verlieh, mich aber nicht ernsthaft bremsen konnte. Am Nahmakanta Fluss konnte ich noch eine Elchkuh längere Zeit beim Äsen im Fluss beobachten und fotografieren.
    Die letzten 45 Meilen waren vom Wetter und vom Geländeverlauf begünstigt. Die beiden "Berge" Nesuntabunt Mtn. und Rainbow Ledges waren leicht erklommen und von den Rainbow Ledges aus sah ich zum ersten Mal den Mt. Katahdin. Der Weg war nur entlang der Seen und Flüsse schlecht (= Stock und Stein und Schlamm), ansonsten annehmbar. Die Ranger im Baxter State Park sind freundlich und hilfreich; für den Aufstieg zum Mt. Katahdin kann man Tagesrucksäcke ausleihen, sofern man nicht die Überschreitung zum Roaring Brook Campground vorhat. Die Besteigung des Mt. Katahdin (1609 m, 1277 m Höhendifferenz, Distanz 5,2 Meilen) ist für jeden etwas bergerfahrenen Wanderer einfach, auch wenn von der Baumgrenze bis zu The Gateway die Hände zu Hilfe genommen werden müssen (leichte Kletterei, I. Grad, nicht ausgesetzt, einige Stahlklammern vorhanden). Da Mt. Katahdin ein allein stehendes Massiv ist, das alles andere rundum mehrere hundert Meter überragt, hat man bei schönem Wetter einen tollen Rundblick auf viel Wald und viele Seen.         
     

 Map

Literatur

 The Appalachian Trail Guide to Maine, Revised Edition 2021, Maine Appalachian Trail Club, ISBN 978-1944958022 (enthält alle Karten zum Trail in Maine mit detaillierter Beschreibung und Höhenprofil sowie ein kleines Taschenbuch mit den nötigsten zusätzlichen Angaben; insgesamt mehr als ausreichend. )

 Guide to the Appalachian Trail, 2. Ausgabe, Jim Chase, Stackpole Books, ISBN 0-8117-3185-5 (behandelt den ganzen Trail, allgemeine Infos, aber leider nicht mehr erhältlich)

 Long-Distance Hiking - Lessons from the Appalachian Trail, Roland Mueser, Ragged Mountain Press, ISBN 0-07-044458-7 (allgemeine Infos zum amerikanischen Langstreckenwandern, interessant und hilfreiche Infos zur Schuhwahl (Laufschuhe) und Wasserbehandlung (statistisch gesehen erkranken gleichviel Personen an (wasserbedingten?) Krankheiten, egal ob sie das Wasser behandeln oder nicht; ich persönlich trinke das Wasser seit jeher direkt von der Quelle, wo immer in Nordamerika ich auch gewandert bin, ohne jemals krank geworden zu sein; gibt natürlich keine Garantie für die Zukunft und/oder andere Personen!)

Links

www.appalachiantrail.org - Appalachian Trail Conservancy - Overseeing the management and conservation of the Appalachian National Scenic Trail since 1925.

 www.matc.org - Maine Appalachian Trail Club 

Karten

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