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Eigentlich haben wir das Hohe Joch im Vinschgau (ein Vorgipfel das Madatschknott) ins Auge gefaßt und starten deshalb um halb acht von zu Hause. Da dabei aber über 1250 Hm zu machen sind, disponieren wir schnell um und wählen die Stuller Hochwarth in Passeier aus (Vorschlag Bernd). Wir waren vor 11 Jahren schon mal da oben (Bernd öfter), aber damals war im Gipfelbereich eher schlechtes Wetter. Wir gehen um dreiviertel neun vom kleinen Parkplatz vor dem Neubauer aus. Wie auch letztes Mal haben wir nicht genug Münzen und so geht Bernd zum Hof, um zu wechseln. Auf der Teerstraße am Hof vorbei; bald nach dem Hof beginnt die Forststraße, die aber auch geteert ist, da sie zu den verschiedenen Almen mit Gastbetrieb und den ausgebauten Mahdern führt. Wir bleiben auf der Forststraße, die dann irgendwann auf Schotter wechselt. Drei Autos überholen uns. E rst kurz vor der Egger-Grub-Alm wechseln wir auf den Steig 14 der direkt zur Alm führt. Auf der Alm wird geschäftig gearbeitet, um sie auf die Winteröffnung am 27.11.2025 vorzubereiten. An der Alm vorbei geht es weiter aufwärts, wir queren den Passeirer Höhenweg und folgen dem Steig entlang des Waldrandes bis zur Hochalm (wird als Schutzhaus bezeichnet), die ebenfalls geschlossen ist und anscheinend keine Wintersaison hat. Ein Stück geht es auf dem Steig 14/26, der die Hänge unter der Hochwarth leicht ansteigend nach Osten quert. Wir kommen zu einer Abzweigung ohne Hinweisschild; der Steig ist aber markiert. Auf den meisten Karten in der App "Outdoor Active" ist dieser Steig nicht eingezeichnet, nur in der Open-Street-Map sehen wir, dass der Steig eine Abkürzung Richtung Hochwarth darstellt. 120 Hm weiter oben soll er sich mit dem anderen Anstieg vereinen. Wir nehmen die Abkürzung. Anfangs nicht so steil, dann steil in Serpentinen geht es bergwärts. Wir erreichen die Einmündung des anderen Anstieges; weniger steile und steilere Teile wechsen sich ab, aber insgesamt ist es recht steil. Unter dem Gipfelaufbau befindet sich ein paar Meter abseits eine Art Vorgipfel mit Steinmann; es folgt ein flacheres Stück und zuletzt ein felsiger Aufschwung, der mit einem Stahlseil gesichert ist, das es aber nicht unbedingt braucht. Wo das Stahlseil endet, befindet sich eine Gedenktafel für einen anscheinend an einem Herzinfarkt gestorbenen Bergsteiger mit einer berührenden Inschrift. Dann ist es nur mehr ein paar Schritte bis zum Holzkreuz. Ich schaue mit den Abhang an, den Eli, Willi der Hund und ich vor 11 Jahren im Nebel heraufgestiegen sind; schon sehr steil, ausrutschen wäre da nicht empfehlenswert gewesen. Ein paar Fotos und dann suchen wir uns ein windgeschütztes Plätzchen und Marenden. Eine Einheimische (Dialekt) kommt gut eingepackt zum Gipfel, grüßt und steigt aber bald wieder ab. Der Himmel hat sich in der Zwischenzeit etwas bezogen, aber es bleibt angenehm. Wir sehen auf der Hohen Kreuzspitze ein paar Leute. Als wir zusammenpacken, kommt noch ein Bergsteiger auf den Gipfel. Wir grüßen und steigen ab. Bei der Einmündung des anderen Anstieges entscheiden wir uns über diesen abzusteigen. Bei der Einmündung in den Steig 14 liegt der Wegweiser am Boden. Kurz vor der Hochalm sehen wir eine Fünfergruppe, die den Steig 15 (Passeierer Höhenweg) nimmt und wenig später 2 weitere Wanderer, die schon wieder absteigen. Wir rasten noch ein paar Minuten bei der Hochalm, bevor es weiter geht. Weiter unten wählen wir dann einen anderen Steig, der abseits der Egger-Grub-Alm talwärts führt. Er schneidet noch einmal den Anstiegsweg und erst kurz vor Ende mündet er in die Forststraße. Der Abstiegssteig ist ziemlich steinig und mit Wurzeln übersät. Nach 4 3/4 Stunden sind wir wieder beim Auto. Auf der Heimfahrt kehren wir beim Martinerhof ein und genehmigen uns das Übliche (Kaffe, Kuchen und ein Bier der Gasthausbrauerei).
Alles in allem ein wunderschönes Ziel, das im Herbst nur empfohlen werden kann. Im Gipfelbereich ziemlich steil und ausgesetzt.